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Exkursion auf den Spuren des Josephinismus







Lindenberg-Brunnen
Die Steinmetzarbeiten am Lindenberg-Brunnen illustrieren u.a. die Versetzung
der ehemaligen Wallfahrtskirche  -  Foto: Wolfgang Schneider



Von St. Peter über den Lindenberg nach Stegen-Eschbach



Auf den Spuren des Josephinismus wandelten bzw. wanderten am Samstag, dem 13. Oktober 2007 acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises.

Die Silhouette des Klosters von St. Peter im nachmittäglichen Sonnenschein hinter uns lassend, ging es steil bergan, vorbei an den Bildstöckchen des Kreuzweges, zur Gebets- und Wallfahrtsstätte Lindenberg auf rund 800 m Höhe. Kaiser Josef II. hatte im Juni 1786 den Abbruch der damaligen Wallfahrtskirche verfügt - gegen den Willen der Benediktinermönche von St. Peter und der Bevölkerung. Der Kaiser, dem Wallfahrten als Sinnbild von Aberglaube und Zeitvergeudung ein Dorn im Auge waren, ließ aus den abgetragenen Steinen, dem Hochaltar, den Seitenaltären und anderem mehr, im ca. 3 km entfernten Eschbach eine neue Pfarrkirche erbauen.

Kurz hinter der Wallfahrtsstätte führte unser Weg querfeldein, zuerst durch ein Stück Wald, dann über eine Wiese wieder auf einen befahrbaren Weg. Könnte dies die Strecke gewesen sein, auf der Ende des 18. Jahrhunderts die Ochsenfuhrwerke zum Transport des Baumaterials hinunter nach Eschbach unterwegs waren? Diese Frage, aufgeworfen von Markus Eisen, wurde auf dem Weg eifrig diskutiert.

Im Eschbacher Ortsteil Obertal trafen wir zufällig auf die Eheleute Ortfelder, die Eigentümer des Hugmichelhofs. Sie luden uns spontan zu einer Runde frischgepressten Apfelsaftes aus eigenen Anbau ein. Nebenbei im Gespräch erfuhren wir noch so einiges über ihr stattliches Anwesen, das schon in Hermann Schillis Standardwerk "Das Schwarzwaldhaus" mehrfach erwähnt ist.

Gut gestärkt ging es die letzten paar Kehren und Kurven hinunter nach Eschbach zur Pfarrkirche St. Jakobus, wo wir von Dr. Meinrad Walter zu einer Kirchenführung empfangen wurden.

Herr Walter ist Musikwissenschaftler, Theologe, arbeitet im Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese und ist neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker auch als Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen bekannt. Die spätbarocke Pfarrkirche in Eschbach, so berichtete er, ist zum einen eine ehemalige Jakobskapelle (am Weg nach Santiago de Compostela) und zum anderen die ehemalige Kapelle Maria Lindenberg. Das Kircheninnere hat das Leben Marias zum Thema. Die Steine vom Lindenberg wurden vor dem Abtransport einzeln nummeriert, durch - widerwillige - Frondienste der Bauern nach Eschbach transportiert und hier wieder zusammengefügt. Zu sehen sind die Nummerierungen noch heute beispielsweise an der Außenfassade. Die Systematik der Steinzeichen ist bislang jedoch noch nicht geklärt.

Wallfahrtsort wurde die Pfarrkirche in Eschbach nie. Bis heute blieb der Lindenberg Anlaufpunkt für die Gläubigen.

Ulrike Schüler

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